Königsindische Verteidigung: Orthodoxe Variante

ECO E91-E99Profi

In der Orthodoxen Variante werden die meisten königsindischen Partien entschieden: 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5. Schwarz überlässt Weiß bewusst ein großes Bauernzentrum und greift es dann an — zuerst mit ...e5, später mit ...f5 und einem Bauernsturm gegen den weißen König. Weiß antwortet, indem er das Zentrum mit d5 verriegelt und am Damenflügel mit c5 heranrollt. Beide Seiten greifen an entgegengesetzten Flügeln an, und wer zuerst ankommt, gewinnt in aller Regel die Partie.

Hauptvariante

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.

Erfolgsquoten nach Spielstärke

Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.

SpielstärkePartienWeiß gewinntRemisSchwarz gewinntStellung nach
400-600 69 47.8% 1.4% 50.7% 1.d4 Nf6 2.c4
600-800 174 47.7% 4% 48.3% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2
800-1000 264 50.8% 3.8% 45.5% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5
1000-1200 103 54.4% 4.9% 40.8% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5
1200-1400 2,742 45.6% 6.1% 48.4% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5
1400-1600 6,070 48.1% 3.9% 48% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5
1600-1800 1,405 48.2% 4.9% 46.9% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5
1800-2000 3,536 47.8% 4.6% 47.6% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5
2000-2200 6,345 50.4% 5.8% 43.8% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5
2200-2400 6,966 50.1% 6% 43.9% 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5

Meistgespielte Fortsetzungen (2200-2400 Spielstärke)

Nach 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5:

Verwandte Eröffnungen

Häufig gestellte Fragen

Warum greifen beide Seiten auf verschiedenen Brettseiten an?

Nach d4-d5 ist das Zentrum verriegelt, durch die Mitte kommt keine Seite mehr voran. Bauernketten zeigen schräg, und angegriffen wird dorthin, wohin die eigene Kette zeigt: Weiß' c- und d-Bauern weisen zum Damenflügel, Schwarz' e- und f-Bauern zum Königsflügel. Das Ergebnis ist ein reines Wettrennen — genau deshalb liefert das Orthodoxe Königsindisch so scharfe, entschiedene Partien.

Ist die Orthodoxe Variante für Vereinsspieler zu schwer?

Die Pläne sind sogar leichter zu lernen als in den meisten Eröffnungen, weil sie sich kaum ändern: Schwarz spielt ...Ne8 oder ...Nd7, dann ...f5, ...f4, ...g5 und marschiert. Anspruchsvoll ist die Berechnung, sobald die Stürme aufeinandertreffen — und der Umstand, dass ein einziger langsamer Zug das Rennen verliert. Die Variante belohnt Spieler, die sich festlegen und angreifen wollen, statt Abspiele auswendig zu lernen.

Wie sollte Weiß gegen das Orthodoxe Königsindisch spielen?

Die Hauptvariante geht 7.O-O Nc6 8.d5 Ne7; danach spielt Weiß mit c5 am Damenflügel und schiebt oft Ne1 oder Nd2 ein, um das Feld f3 zu stützen und den schwarzen Angriff zu bremsen. Der Abtausch des schwarzfeldrigen Läufers oder des Springers, der auf f4 landet, nimmt dem Sturm die Spitze. Tempo zählt mehr als Material — ein Zug ist hier meist mehr wert als ein Bauer.

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