Damengambit: Tschigorin-Verteidigung
ECO D07Anfänger
Die Tschigorin-Verteidigung, 1.d4 d5 2.c4 Nc6!?, bricht die erste Regel der Damengambit-Verteidigungen — sie versperrt den c-Bauern — und folgt einem ganz anderen Credo: Figuren vor Bauern, Aktivität vor Struktur. Schwarz entwickelt mit ...Bg4, ...e5-Vorstößen und rascher Rochade und gibt bereitwillig Läuferpaar oder strukturelle Feinheiten für die Initiative preis. Michail Tschigorin focht damit in Weltmeisterschaften gegen Steinitz; Morosewitsch bewies ihre Spielbarkeit im Computerzeitalter. Sie bleibt die provokanteste seriöse Antwort auf 2.c4 und eine erfrischend eigenwillige Wahl im Eröffnungsrepertoire gegen das Damengambit.
Hauptvariante
1.d4 d5 2.c4 Nc6 3.Nf3 Bg4 4.cxd5 Bxf3 5.gxf3 Qxd5 6.e3 e5 7.Nc3 Bb4
Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.
Erfolgsquoten nach Spielstärke
Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.
| Spielstärke | Partien | Weiß gewinnt | Remis | Schwarz gewinnt | Stellung nach |
|---|---|---|---|---|---|
| 400-600 | 33 | 63.6% | 3% | 33.3% | 1.d4 d5 2.c4 Nc6 |
| 600-800 | 112 | 42.9% | 2.7% | 54.5% | 1.d4 d5 2.c4 Nc6 3.Nf3 |
| 800-1000 | 61 | 57.4% | 1.6% | 41% | 1.d4 d5 2.c4 Nc6 3.Nf3 Bg4 |
| 1000-1200 | 58 | 56.9% | 0% | 43.1% | 1.d4 d5 2.c4 Nc6 3.Nf3 Bg4 4.cxd5 |
| 1200-1400 | 28 | 35.7% | 3.6% | 60.7% | 1.d4 d5 2.c4 Nc6 3.Nf3 Bg4 4.cxd5 Bxf3 5.gxf3 Qxd5 6.e3 |
Meistgespielte Fortsetzungen (600-800 Spielstärke)
Nach 1.d4 d5 2.c4 Nc6 3.Nf3:
- dxc4 — in 47.3% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 47.2%, Remis 3.8%, Schwarz gewinnt 49.1%)
- Nf6 — in 16.1% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 44.4%, Remis 0%, Schwarz gewinnt 55.6%)
- e6 — in 9.8% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 45.5%, Remis 0%, Schwarz gewinnt 54.5%)
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Häufig gestellte Fragen
Ist die Tschigorin-Verteidigung korrekt?
Sie ist unorthodox, aber nie widerlegt: Weiß' beste Varianten (3.Nf3 Bg4 4.cxd5 Bxf3 5.gxf3 Qxd5 6.e3) versprechen das Läuferpaar und einen strukturellen Zug, doch Schwarz' Entwicklungsvorsprung und Spiel auf den schwarzen Feldern erzeugen echte Kompensation. Sie verlangt von Schwarz Genauigkeit und Energie — Passivität ist ihre einzige wahre Widerlegung.
Warum sollte man in einer d4-Eröffnung den c-Bauern versperren?
Weil der Springer etwas leistet, was der Bauer nie könnte: sofortiger Druck auf d4 und e5. Die Tschigorin-Verteidigung tauscht den langsamen ...c5-Hebel gegen unmittelbare Figurenaktivität — ...Bg4, ...e5, Rochaderennen zu verschiedenen Seiten — und verwandelt die geduldigen Strukturen des Damengambits schon im sechsten Zug in offenen Nahkampf.
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