Nimzowitsch-Indische Verteidigung: Klassische Variante

ECO E32-E39Fortgeschritten

Die Klassische Variante ist die prinzipiellste Antwort auf die Nimzowitsch-Indische Verteidigung: 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 deckt den Springer, damit die von Schwarz angepeilten Doppelbauern auf der c-Linie gar nicht erst entstehen. Die Hauptvariante lautet 4...O-O 5.a3 Bxc3+ 6.Qxc3 b6; Weiß besitzt dann das Läuferpaar und eine saubere Struktur, während Schwarz gegen die schwarzen Felder spielt, die der abgetauschte Läufer hinterlassen hat. Reiner lässt sich das Grundargument dieser Eröffnung nicht formulieren: Läuferpaar gegen Struktur.

Hauptvariante

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.

Erfolgsquoten nach Spielstärke

Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.

SpielstärkePartienWeiß gewinntRemisSchwarz gewinntStellung nach
400-600 69 47.8% 1.4% 50.7% 1.d4 Nf6 2.c4
600-800 658 52.3% 2% 45.7% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4
800-1000 85 58.8% 1.2% 40% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 O-O
1000-1200 58 43.1% 0% 56.9% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 O-O
1200-1400 88 45.5% 9.1% 45.5% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 O-O 5.a3 Bxc3+ 6.Qxc3 b6
1400-1600 219 47.9% 8.7% 43.4% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 O-O 5.a3 Bxc3+ 6.Qxc3 b6
1600-1800 51 47.1% 0% 52.9% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 O-O 5.a3 Bxc3+ 6.Qxc3 b6
1800-2000 96 39.6% 7.3% 53.1% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 O-O 5.a3 Bxc3+ 6.Qxc3 b6
2000-2200 150 43.3% 12% 44.7% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 O-O 5.a3 Bxc3+ 6.Qxc3 b6
2200-2400 141 46.8% 12.8% 40.4% 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 O-O 5.a3 Bxc3+ 6.Qxc3 b6

Meistgespielte Fortsetzungen (600-800 Spielstärke)

Nach 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4:

Verwandte Eröffnungen

Häufig gestellte Fragen

Warum spielt Weiß 4.Qc2, statt eine Figur zu entwickeln?

Weil der ganze Sinn der Nimzowitsch-Indischen in 3...Bb4 nebst ...Bxc3 liegt, was die weiße Bauernstruktur am Damenflügel ruiniert. Deckt die Dame c3, richtet dieser Abtausch keinen Schaden mehr an — Weiß schlägt einfach mit der Dame zurück und behält zwei Läufer. Das kostet Zeit und stellt die Dame auf ein exponiertes Feld; genau das ist der Preis dafür, Schwarz das strukturelle Angriffsziel zu nehmen.

Ist das Läuferpaar ein Tempo wert?

Auf lange Sicht meistens ja, vorausgesetzt Weiß bekommt die Stellung geöffnet. Zwei Läufer auf offenem Brett sind ein echter, dauerhafter Vorteil, und die weiße Struktur bietet Schwarz keine Schwäche als Ausgleich. Die praktische Antwort von Schwarz lautet: die Stellung geschlossen halten, einen Springer auf ein starkes Zentralfeld stellen und die Läufer auf Granit beißen lassen.

Wie erzeugt Schwarz Spiel, nachdem er den schwarzfeldrigen Läufer abgegeben hat?

Indem er die schwarzen Felder mit Figuren statt mit einem Läufer besetzt: ...b6 nebst ...Bb7 oder ...Ba6 gegen c4, Springer mit Kurs auf e4 und c5 sowie Druck gegen das weiße Zentrum, bevor es in Bewegung kommt. Der Befreiungsschlag ...c5 oder ...d5 im richtigen Moment ist unverzichtbar; ohne ihn spielt Weiß schlicht e4 und übernimmt.

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