Englische Eröffnung: Mikenas-Carls-Variante
ECO A18Fortgeschritten
Die Mikenas-Carls-Variante räumt im dritten Zug mit dem ruhigen Ruf der Englischen Eröffnung auf. Statt des üblichen Aufbaus mit g3 und Bg2 spielt Weiß sofort 3.e4, nimmt das ganze Zentrum und fordert Schwarz auf, es anzugreifen. Die kritische Erwiderung ist 3...d5, und das folgende Spiel ist forciert und ungewöhnlich: Im Zentrum wird abgetauscht, beide Bauernstrukturen tragen Schäden davon, und die Stellung erinnert weit mehr an eine scharfe 1.e4-Eröffnung als an ein Flügelspiel. Eine gute Waffe gegen Gegner, die auf eine langsame Englische eingestellt sind.
Hauptvariante
1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.
Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.
Erfolgsquoten nach Spielstärke
Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.
| Spielstärke | Partien | Weiß gewinnt | Remis | Schwarz gewinnt | Stellung nach |
|---|---|---|---|---|---|
| 400-600 | 83 | 42.2% | 14.5% | 43.4% | 1.c4 Nf6 |
| 600-800 | 45 | 46.7% | 0% | 53.3% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 |
| 800-1000 | 81 | 55.6% | 0% | 44.4% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 4.e5 |
| 1000-1200 | 97 | 41.2% | 2.1% | 56.7% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 |
| 1200-1400 | 28 | 35.7% | 7.1% | 57.1% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 4.e5 d4 5.exf6 dxc3 |
| 1400-1600 | 41 | 48.8% | 2.4% | 48.8% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 4.e5 d4 5.exf6 dxc3 6.bxc3 Qxf6 |
| 1600-1800 | 26 | 50% | 3.8% | 46.2% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 4.e5 d4 5.exf6 dxc3 6.bxc3 Qxf6 |
| 1800-2000 | 118 | 47.5% | 9.3% | 43.2% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 4.e5 d4 5.exf6 dxc3 6.bxc3 Qxf6 |
| 2000-2200 | 361 | 53.7% | 7.5% | 38.8% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 4.e5 d4 5.exf6 dxc3 6.bxc3 Qxf6 |
| 2200-2400 | 556 | 51.8% | 7.4% | 40.8% | 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 4.e5 d4 5.exf6 dxc3 6.bxc3 Qxf6 |
Meistgespielte Fortsetzungen (2200-2400 Spielstärke)
Nach 1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d5 4.e5 d4 5.exf6 dxc3 6.bxc3 Qxf6:
- d4 — in 57.4% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 50.8%, Remis 7.2%, Schwarz gewinnt 42%)
- Nf3 — in 39.2% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 50.9%, Remis 7.8%, Schwarz gewinnt 41.3%)
- Bd3 — in 3.4% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 79%, Remis 5.3%, Schwarz gewinnt 15.8%)
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Häufig gestellte Fragen
Warum 3.e4 in einer Englischen Eröffnung?
Weil es die Partie aus der Vorbereitung von Schwarz herausführt. Wer 1.c4 mit 1...Nf6 und 2...e6 beantwortet, steuert meist eine Nimzowitsch-Indische oder Damenindische Struktur an, und 3.e4 macht beide unmöglich. Der Zugriff auf das Zentrum ist echt, und der Überraschungswert ist ein großer Teil des Sinns.
Wie sollte Schwarz reagieren?
3...d5 ist der prinzipielle Test — das Zentrum sofort angreifen, statt Weiß mit d4 konsolidieren zu lassen. Die entstehenden Verwicklungen hinterlassen auf beiden Seiten strukturelle Eigenheiten, und sie ein paar Züge tief zu kennen, ist hier mehr wert als allgemeine Prinzipien, denn die Stellung ist von Beginn an konkret.
Ist die Variante korrekt oder nur ein Trick?
Korrekt. Sie ist eine anerkannte, auf Spitzenniveau gespielte Variante und kein Gambit, das auf einen Fehler hofft. Praktisch wertvoll — und nicht bloß theoretisch richtig — macht sie, dass sie in Stellungen führt, auf die die meisten 1...Nf6-Spieler nicht vorbereitet sind, und das aus einer Zugfolge, die sie für ruhig hielten.
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