Dreispringerspiel
ECO C46Fortgeschritten
Nach 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 führt das natürliche 3...Nf6 zum Vierspringerspiel und zu dessen Ruf der Trockenheit. Das Dreispringerspiel deckt alles andere ab — 3...Bb4 mit sofortiger Fesselung oder 3...g6 mit Kurs auf das Fianchetto — und all das ist interessanter als die symmetrische Alternative. Schwarz weigert sich zu kopieren, womit die Stellung schon ab dem dritten Zug unausgeglichen ist und beide Seiten denken müssen, statt sich zu erinnern. Eine praktische Wahl für alle, denen der Remisruf des Vierspringerspiels zu langweilig geworden ist.
Hauptvariante
1. 2. 3. 4. 5. 6.
Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.
Erfolgsquoten nach Spielstärke
Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.
| Spielstärke | Partien | Weiß gewinnt | Remis | Schwarz gewinnt | Stellung nach |
|---|---|---|---|---|---|
| 400-600 | 32 | 68.8% | 6.2% | 25% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 |
| 600-800 | 59 | 59.3% | 8.5% | 32.2% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 |
| 800-1000 | 396 | 50.5% | 2.8% | 46.7% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 |
| 1000-1200 | 97 | 49.5% | 3.1% | 47.4% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 |
| 1200-1400 | 58 | 29.3% | 1.7% | 69% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 Nxe4 |
| 1400-1600 | 64 | 28.1% | 4.7% | 67.2% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 Nxe4 |
| 1600-1800 | 90 | 43.3% | 4.4% | 52.2% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 |
| 1800-2000 | 113 | 44.2% | 9.7% | 46% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 |
| 2000-2200 | 173 | 53.2% | 4% | 42.8% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 |
| 2200-2400 | 53 | 39.6% | 11.3% | 49.1% | 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5 Nxe4 6.Qe2 |
Meistgespielte Fortsetzungen (800-1000 Spielstärke)
Nach 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.a3 d5 5.Bb5:
- dxe4 — in 35.1% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 47.5%, Remis 4.3%, Schwarz gewinnt 48.2%)
- d4 — in 21.7% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 50%, Remis 1.2%, Schwarz gewinnt 48.8%)
- Bd7 — in 16.2% der Fälle gespielt (Weiß gewinnt 50%, Remis 0%, Schwarz gewinnt 50%)
Häufig gestellte Fragen
Ist das Dreispringerspiel besser als das Vierspringerspiel?
Objektiv nicht, praktisch oft schon. Das Vierspringerspiel ist völlig gesund und hat sich seinen Ruf für symmetrische, ausgeglichene Stellungen redlich verdient; das Dreispringerspiel bringt die Stellung sofort aus der Balance, ohne dafür wirklich etwas zu bezahlen. Wenn Sie Gewinnchancen statt Ausgleich suchen, macht dieser Unterschied etwas aus.
Was ist der Sinn von 3...Bb4?
Der Zug fesselt den Springer auf c3 und nimmt e4 ins Visier, das nur von diesem Springer gedeckt wird. Weiß muss konkret antworten, statt allgemein weiterzuentwickeln, und die entstehenden Stellungen haben eine nimzoindische Note — ein Läufer gegen einen Springer getauscht, Doppelbauern und ein langer Streit darüber, ob dieser Tausch gut war.
Ist die Eröffnung für Anfänger geeignet?
Ja. Alle Züge sind prinzipiengetreue Entwicklungszüge, es muss also nichts auswendig gelernt werden, um zu einer ordentlichen Stellung zu kommen, und die entstehenden Mittelspiele schulen dieselben Fähigkeiten für offene Stellungen wie die Italienische Partie. Ein vernünftiger erster Schritt weg von den allergewöhnlichsten Varianten.
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