Angenommenes Königsgambit

ECO C33-C39Fortgeschritten

1.e4 e5 2.f4 exf4 ist die ehrliche Antwort auf das Königsgambit: den Bauern nehmen und Weiß die Kompensation beweisen lassen. Was Weiß bekommt, wirkt sofort — die f-Linie öffnet sich in Richtung des schwarzen Königs, das Zentrum gehört Weiß zum Aufbau mit d4, und jede Figur kommt mit Tempo ins Spiel. Was Schwarz bekommt, ist ein Bauer und die schwierigere Aufgabe, ihn im richtigen Moment zurückzugeben. Die Hauptvariante lautet 3.Nf3 g5, deckt den Mehrbauern also mit einem weiteren Bauern; von dort an ist die Partie ein Rennen zwischen Weiß' Entwicklung und Schwarz' Material.

Hauptvariante

1. 2. 3. 4. 5.

Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.

Erfolgsquoten nach Spielstärke

Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.

SpielstärkePartienWeiß gewinntRemisSchwarz gewinntStellung nach
400-600 114 55.3% 3.5% 41.2% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3
600-800 276 55.1% 1.8% 43.1% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4
800-1000 28 42.9% 3.6% 53.6% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7 5.O-O
1000-1200 41 53.7% 0% 46.3% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7
1200-1400 669 51% 1.9% 47.1% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7 5.O-O
1400-1600 2,283 47.2% 1.9% 50.9% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7 5.O-O
1600-1800 737 45.3% 2.3% 52.4% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7 5.O-O
1800-2000 1,363 43.9% 2.3% 53.8% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7 5.O-O
2000-2200 776 41.6% 3.2% 55.2% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7 5.O-O
2200-2400 149 47% 3.4% 49.7% 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7 5.O-O

Meistgespielte Fortsetzungen (1400-1600 Spielstärke)

Nach 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 g5 4.Bc4 Bg7 5.O-O:

Häufig gestellte Fragen

Ist das Angenommene Königsgambit noch korrekt?

Korrekt genug, dass Schwarz wissen muss, was er tut — und das ist der praktische Maßstab, der zählt. Engines geben Schwarz bei genauem Spiel einen kleinen Vorteil, doch die Varianten, in denen dieser Vorteil auftaucht, sind eng und scharf: Wer improvisiert, wird meist mattgesetzt, statt einen Mehrbauern zu verwalten. Auf Vereinsebene punktet das Gambit genau deshalb gut.

Sollte Schwarz den Mehrbauern festhalten?

Anfangs ja, dauerhaft nein. ...g5 deckt f4 und ist gerade deshalb die Hauptvariante, weil es um den Bauern kämpft — doch der Bauer ist Mittel, nicht Ziel: Er zieht Weiß' Figuren auf unbequeme Felder und verschafft Zeit zur Entwicklung. Ihn noch festzuhalten, nachdem Weiß rochiert und die f-Linie geöffnet hat, ist die Art, wie Schwarz diese Partien verliert.

Welche Variante ist für Schwarz am gefährlichsten?

Das Muzio, in dem Weiß den Springer auf f3 ohne Umschweife opfert, um die Stellung aufzureißen, während Schwarz' Königsflügel aus einer Bauernkette und sonst nichts besteht. Objektiv ist es zweifelhaft und zugleich enorm wirksam, denn die Verteidigung verlangt mehrere einzige Züge in Folge — ohne jede Entwicklung im Rücken.

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