Französische Verteidigung: Paulsen-Variante

ECO C10Fortgeschritten

Die Paulsen-Variante klärt das französische Zentrum umgehend: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 — schon im vierten Zug ist die Spannung verschwunden. Die Hauptvariante lautet 4...Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6 und gibt Schwarz eine vollkommen gesunde Struktur ohne Schwächen und ohne das Problem des schlechten Läufers, zum Preis eines kleinen, aber dauerhaften Raumnachteils. Es ist die Französische für Spieler, denen Solidität über alles geht — und sie ist weit schwerer zu knacken, als ihr ruhiger Ruf vermuten lässt.

Hauptvariante

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.

Erfolgsquoten nach Spielstärke

Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.

SpielstärkePartienWeiß gewinntRemisSchwarz gewinntStellung nach
400-600 42 59.5% 11.9% 28.6% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4
600-800 60 53.3% 1.7% 45% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6
800-1000 128 55.5% 3.9% 40.6% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6
1000-1200 41 56.1% 0% 43.9% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6
1200-1400 1,154 46.2% 4.1% 49.7% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6
1400-1600 2,735 46.7% 3.8% 49.4% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6
1600-1800 670 48.8% 5.5% 45.7% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6
1800-2000 1,647 48.3% 6.4% 45.4% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6
2000-2200 2,870 48.1% 7.3% 44.6% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6
2200-2400 2,163 49.1% 7.5% 43.3% 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6

Meistgespielte Fortsetzungen (2000-2200 Spielstärke)

Nach 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6:

Verwandte Eröffnungen

Häufig gestellte Fragen

Ist das dasselbe wie die Rubinstein-Variante?

Die Namen überschneiden sich in der Praxis. 3...dxe4 gegen 3.Nc3 heißt meist Rubinstein, während Paulsen für dieselbe Idee und für verwandte C10-Linien verwendet wird; Datenbanken und Bücher sind hier uneinheitlich. Entscheidend ist die Struktur: Schwarz tauscht früh auf e4, nimmt weniger Raum in Kauf und spielt auf eine grundsolide Stellung mit einem einfachen Plan.

Löst Schwarz damit das Problem des schlechten Läufers?

Weitgehend ja — und genau darin liegt der Reiz. In den meisten französischen Varianten ist der weißfeldrige Läufer hinter den eigenen Bauern auf e6 und d5 begraben. Hier ist der d-Bauer verschwunden, der Läufer erhält die Diagonale c8-h3 oder entwickelt sich über ...b6 und ...Bb7. Der Preis: Schwarz hat keinen Zentrumsbauern mehr, mit dem er um Raum kämpfen könnte.

Wie spielt Weiß auf Vorteil?

Indem er die Figuren auf dem Brett lässt und den Mehrraum nutzt: c3 und Bd3 mit Aufbau am Königsflügel, oder Bg5 und Qe2 mit langer Rochade und direktem Angriff. Vermeiden sollte Weiß den Abtausch in ein einfaches Endspiel, in dem Schwarz' makellose Struktur bequem hält. Raum ist nur so lange ein Vorteil, wie Figuren da sind, die ihn nutzen.

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