Angenommenes Benkö-Gambit

ECO A58-A59Fortgeschritten

Das Angenommene Benkö-Gambit ist das reinste positionelle Bauernopfer des Schachs: 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Nc3 Bg7 — und Schwarz steht schlicht einen Bauern zurück, ohne jede unmittelbare Drohung. Was Schwarz stattdessen bekommt, ist von Dauer: zwei offene Linien gegen den weißen Damenflügel, einen Läufer auf der langen Diagonale und Druck, der nicht verfliegt, wenn Figuren vom Brett gehen. Es ist eines der wenigen Gambits, das im Endspiel wohl stärker ist als im Mittelspiel.

Hauptvariante

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.

Erfolgsquoten nach Spielstärke

Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.

SpielstärkePartienWeiß gewinntRemisSchwarz gewinntStellung nach
400-600 69 47.8% 1.4% 50.7% 1.d4 Nf6 2.c4
600-800 41 58.5% 0% 41.5% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5
800-1000 26 50% 0% 50% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6
1000-1200 38 52.6% 5.3% 42.1% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5
1200-1400 43 48.8% 2.3% 48.8% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Nc3 Bg7
1400-1600 258 42.6% 3.9% 53.5% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Nc3 Bg7
1600-1800 91 44% 2.2% 53.8% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Nc3 Bg7
1800-2000 362 41.4% 4.4% 54.1% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Nc3 Bg7
2000-2200 810 42.8% 5.4% 51.7% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Nc3 Bg7
2200-2400 826 42.5% 7.8% 49.8% 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Nc3 Bg7

Meistgespielte Fortsetzungen (2200-2400 Spielstärke)

Nach 1.d4 Nf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Nc3 Bg7:

Häufig gestellte Fragen

Warum ist das Benkö einen ganzen Bauern wert?

Weil die Kompensation nicht verfällt. Die a- und die b-Linie bleiben für den Rest der Partie offen, der Läufer auf g7 harkt über das ganze Brett, und die weißen Damenflügelbauern sind auf Dauer unangenehm zu verteidigen. Die meisten Gambits sterben beim Damentausch; das Benkö wird dadurch besser — weshalb es Spieler, die es mögen, meist sehr mögen.

Wie behandelt Weiß das Benkö?

Es gibt drei Grundwege: voll annehmen und mit e4, Nf3 und einem vorsichtigen Königsmarsch in Sicherheit konsolidieren; annehmen und den Bauern im richtigen Moment zurückgeben, um den Druck zu ersticken; oder mit 4.Nf3 oder 4.b3 ablehnen und die Struktur ganz vermeiden. Viele starke Spieler lehnen genau deshalb ab, weil die angenommenen Varianten so unangenehm zu verteidigen sind.

Ist das Benkö etwas für Vereinsspieler?

Ausgezeichnet, wenn das Temperament passt. Die Pläne sind einfach und wiederholen sich in jeder Partie — Türme nach a8 und b8, Läufer nach g7, Springer nach d7 und c5 — und kosten damit weit weniger Theorie als die Moderne Benoni. Es passt zu Spielern, die sich mit Materialrückstand gegen dauerhafte Aktivität wohlfühlen, und frustriert Gegner, die gern Bauern zählen.

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