Anderssen-Eröffnung

ECO A00Anfänger

1.a3 gibt jeden Anspruch auf das Zentrum auf und erhält dafür Information: Schwarz muss sich zuerst festlegen, und Weiß spielt anschließend eine normale Eröffnung, deren Extrazug bereits auf dem Brett steht. Das ist nicht nichts — a3 ist in mehreren Strukturen wirklich nützlich, wo der Zug ...Bb4 verhindert oder b4 vorbereitet —, aber es ist ein magerer Ertrag dafür, Schwarz schon im ersten Zug freie Hand zu geben. Am besten versteht man 1.a3 nicht als Versuch, einen Vorteil zu erringen, sondern als Weg in eine ungewohnte Stellung, in der allgemeines Verständnis mehr zählt als Vorbereitung.

Hauptvariante

1. 2. 3. 4.

Das Diagramm zeigt die Stellung nach 6 Halbzügen der Hauptvariante. Auf SpeakChess üben Sie diese Variante Zug für Zug – der Trainer spielt die andere Seite und korrigiert Sie sofort, und das verteilte Wiederholen plant anschließend jede Variante so ein, dass Sie sie genau dann auffrischen, bevor Sie sie vergessen würden.

Erfolgsquoten nach Spielstärke

Ergebnisse aus echten Online-Partien, gemessen nach der in jeder Zeile gezeigten Variante. Die meisten Eröffnungsseiten nennen nur einen Gesamtwert – wie gut eine Eröffnung abschneidet, hängt jedoch stark davon ab, wer sie spielt.

SpielstärkePartienWeiß gewinntRemisSchwarz gewinntStellung nach
400-600 56 37.5% 8.9% 53.6% 1.a3 d5
600-800 294 40.1% 6.5% 53.4% 1.a3 d5
800-1000 49 36.7% 6.1% 57.1% 1.a3 d5 2.Nc3 d4 3.Ne4
1000-1200 25 32% 4% 64% 1.a3 d5 2.Nc3 d4
1200-1400 56 26.8% 3.6% 69.6% 1.a3 d5 2.Nc3 d4 3.Ne4 e5 4.e3
1400-1600 61 49.2% 4.9% 45.9% 1.a3 d5 2.Nc3 d4 3.Ne4 e5 4.e3
1600-1800 34 50% 2.9% 47.1% 1.a3 d5 2.Nc3 d4 3.Ne4
1800-2000 38 31.6% 5.3% 63.2% 1.a3 d5 2.Nc3 d4
2000-2200 30 50% 10% 40% 1.a3 d5 2.Nc3 d4
2200-2400 58 58.6% 8.6% 32.8% 1.a3 d5 2.Nc3 d4 3.Ne4

Meistgespielte Fortsetzungen (600-800 Spielstärke)

Nach 1.a3 d5:

Häufig gestellte Fragen

Ist 1.a3 eine echte Eröffnung oder nur ein Scherz?

Echt, wenn auch eine Nebenvariante. Anderssen spielte den Zug bewusst gegen Morphy, und die Logik der vertauschten Farben ist stimmig: Viele Systeme sind mit einem Extratempo völlig in Ordnung, und a3 ist ein Zug, den diese Systeme ohnehin oft haben wollen. Einen Vorteil beansprucht 1.a3 nicht — das ist etwas anderes, als unkorrekt zu sein.

Wie sollte Schwarz antworten?

Das Zentrum nehmen. 1...d5 oder 1...e5 nebst natürlicher Entwicklung gibt Schwarz eine bequeme Partie und faktisch ein Tempo mehr als üblich in einer gewöhnlichen Eröffnung. Es gibt nichts zu vermeiden und keine Falle zu umgehen — die richtige Strafe für einen langsamen Zug ist ein schneller, prinzipientreuer Aufbau.

Warum sollte jemand so spielen?

Um eine Partie zu bekommen statt einer Theoriedebatte. Gegen einen gut vorbereiteten Gegner kann eine Stellung, die niemand analysiert hat, mehr wert sein als das halbe Tempo, das sie theoretisch kostet. Das ist eine legitime praktische Strategie, die aber besser als gelegentliche Wahl funktioniert denn als Repertoire.

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